Glossar · Business Continuity
Tabletop-Übung
Eine diskussionsbasierte Übung, in der ein Team seine Reaktion auf ein simuliertes Szenario durchspielt, um Pläne und Rollen zu testen.
Was eine Tabletop-Übung ist
Eine Tabletop-Übung versammelt die relevanten Personen, um zu besprechen, wie sie auf ein realistisches Szenario reagieren würden, etwa einen Ransomware-Ausbruch oder einen Standortausfall. Sie prüft, ob Pläne klar sind, Rollen verstanden werden und Entscheidungen getroffen werden können, ohne Live-Systeme zu stören. Im deutschen Notfallmanagement heißt das Format Planbesprechung.
So läuft sie ab
Eine Moderation stellt das Szenario in Etappen vor und spielt im Verlauf neue Informationen ein, sogenannte Injects: Das Backup ist ebenfalls verschlüsselt, eine Journalistin ruft an, ein Dienstleister ist nicht erreichbar. Die Teilnehmenden sagen, was sie tun würden, welchen Plan sie aufschlagen und wen sie informieren. Eine beobachtende Person protokolliert Entscheidungen, offene Fragen und Abweichungen zwischen Plan und tatsächlichem Verhalten.
Was sie liefert
- Ein Übungsprotokoll mit Szenario, Teilnehmenden, Zeitverlauf und Beobachtungen.
- Eine Maßnahmenliste mit Verantwortlichen und Terminen: Pläne korrigieren, Kontakte aktualisieren, Schulungen nachholen.
- Den Nachweis, dass Pläne geübt wurden, wie ihn ISO 22301 Kapitel 8.5 und der BSI-Standard 200-4 von einem funktionierenden BCMS verlangen.
Tabletop-Übungen sind das günstigste Übungsformat und der übliche erste Schritt vor Funktions- und Vollübungen. Eine Übung je kritischem Szenario pro Jahr ist ein gängiger Rhythmus.