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Vergleich

KaitoSec vs. Proliance

Proliance verbindet Informationssicherheit und Datenschutz in einem Datenmodell – für Notfallmanagement nach ISO 22301 und KI-Governance nach ISO 42001 bleibt es bei Beratungsmandaten ohne eigenes Software-Modul. KaitoSec führt alle vier Managementsysteme durchgängig in einem System.

Proliance ist eine Münchner Compliance-Plattform, die die Software Proliance 360 mit intern angestellten TÜV- und DEKRA-zertifizierten Beratern kombiniert; das Unternehmen ist 2017 als datenschutzexperte.de gestartet und wurde im September 2025 in Proliance umbenannt, um Informationssicherheit, NIS2, TISAX und KI-Governance sichtbar mit abzudecken.

MerkmalKaitoSecProliance
BSI IT-GrundschutzJaTeilweise
NIS2 nach deutschem UmsetzungsgesetzJaJa
DSGVO nach deutscher AufsichtspraxisJaJa
ISO 27001JaJa
TISAXJaJa
SOC 2JaNein
ISO 42001 (KI-Managementsystem)JaTeilweise
ISO 22301 (Business Continuity)JaNein
Ein Datenmodell über ISMS, DSMS, BCMS und AIMSJaTeilweise
Natives Risikomanagement-ModulJaNein
On-Premise-DeploymentJaNein
Deutschsprachige Beratung beim selben AnbieterJaJa

Zuletzt geprüft im September 2026 anhand der öffentlichen Produktangaben von Proliance auf proliance.ai. Produktumfänge ändern sich, fragen Sie die für Sie entscheidenden Zeilen bei beiden Anbietern nach.

Wann KaitoSec gut passt

01

Vier Managementsysteme auf einem Datenmodell – nicht zwei plus zwei Mandate

Proliance 360 verbindet ISMS und Datenschutz über Asset Hub, Docu Hub und Control Hub tatsächlich in einem gemeinsamen Bestand. Für ISO 22301 (Notfallmanagement) und ISO 42001 (KI-Managementsystem) bietet Proliance nach eigenen Angaben Beratungsmandate mit festem Phasenplan an, aber kein Software-Modul, das Assets, Risiken und Maßnahmen erkennbar mit den anderen beiden Systemen teilt. In KaitoSec teilen sich ISMS, BCMS, DSMS und AIMS von Anfang an dieselben Assets, Risiken und Maßnahmen.

02

Das Risiko-Modul ist noch nicht da

Der Risk Hub von Proliance 360 – das Modul für strukturierte Risikoidentifikation und -bewertung – ist auf der eigenen Funktionsübersicht mit „Bald verfügbar“ gekennzeichnet (Stand September 2026). Damit fehlt im aktuell ausgelieferten Produkt ausgerechnet der Baustein, den ISO 27001 Kapitel 6.1.2, NIS2 Artikel 21 Absatz 2 Buchstabe a und die risikobasierten TOMs nach Art. 32 DSGVO alle verlangen. KaitoSec führt ein natives Risikoregister, das mit Assets und Maßnahmen verknüpft ist, bereits heute.

03

On-Premise, wo Daten nicht in die Cloud dürfen

Proliance betreibt Proliance 360 ausschließlich als Cloud-SaaS; eine On-Premise-Option ist auf der gesamten Website nicht zu finden. Für Zulieferer von Behörden oder KRITIS-nahe Mittelständler, die Sicherheitsdaten grundsätzlich nicht in fremder Cloud-Infrastruktur ablegen dürfen, endet die Prüfung damit vor jedem Funktionsvergleich. KaitoSec bietet On-Premise-Deployment im Enterprise-Tarif.

04

BSI IT-Grundschutz: behauptet, aber auf den Produktseiten nicht belegt

Ein Vergleichsartikel im eigenen Blog von Proliance listet BSI IT-Grundschutz unter den abgedeckten Standards. Die eigentlichen Produktseiten – die ISMS-Software-Seite und der Control Hub – nennen als abgedeckte Frameworks dagegen nur ISO 27001, NIS2, DSGVO und TISAX, und eine unabhängige Marktübersicht führt Grundschutz explizit als fehlend auf. Wer konkret Bausteine und Schutzbedarf nach BSI-Standard 200-x abbilden muss, sollte das vor der Shortlist direkt bei Proliance klären. KaitoSec führt die Grundschutz-Bausteine als vollwertiges Framework im selben Datenmodell wie ISO 27001 und NIS2.

05

Mehrere Preislinien statt zwei

Proliance veröffentlicht Listenpreise – das ist transparent und selten am Markt. Wer ISMS, Datenschutz-Software und Beratung zusammen braucht, addiert aber mehrere parallele Positionen: ISMS-Software ab 500 €/Monat (Light) oder 1.000 €/Monat (Core), dazu ein Beratungspaket ab 1.000 €/Monat im ersten Jahr, optional die Datenschutz-Software ab 118 €/Monat und eine GAP-Analyse ab 2.880 €. KaitoSec weist Plattform und Beratung als zwei getrennte Positionen im Angebot aus.

Wann Proliance gut passen kann

01

Gewachsene Tiefe im Datenschutz

Proliance ist 2017 als datenschutzexperte.de gestartet und bringt entsprechend ausgereifte DSGVO-Dokumentation mit: Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30, TOM-Kataloge und Vorlagen für Datenschutzerklärungen. Eine unabhängige, auf Agenturen ausgerichtete Marktübersicht bezeichnet das als „umfangreichste Dokumentationstiefe“ im Vergleich zu anderen deutschen Anbietern. Wer akut vor allem ein Datenschutz-Problem hat, findet hier eine der reifsten Lösungen am deutschen Markt.

02

Ein Beratungsteam fest eingebaut

Proliance bündelt über 70 TÜV- und DEKRA-zertifizierte Berater direkt in jeden Tarif, mit vertraglich zugesagten Reaktionszeiten je nach Paket (72, 48 oder 24 Stunden). Für Organisationen ohne jede interne Compliance-Expertise, die bewusst einen einzigen Ansprechpartner für Software und fachliche Einzelfallentscheidungen wollen, ist das ein kohärentes und fest kalkulierbares Angebot.

03

Spezialisierung auf die aktuelle NIS2-Welle im Mittelstand

Proliance positioniert sich sehr gezielt auf die Unternehmen, die durch NIS2 neu in die Pflicht kommen – laut eigenen Angaben eine Ausweitung von rund 4.500 auf etwa 29.500 betroffene Einrichtungen in Deutschland. Eigene Landingpages, ein NIS2-Check und Blog-Inhalte sind speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten.

FAQ

Deckt Proliance BSI IT-Grundschutz ab?

Uneindeutig. Ein Vergleichsartikel im eigenen Blog von Proliance nennt BSI IT-Grundschutz als abgedeckten Standard, die Produktseiten zur ISMS-Software und zum Control Hub führen als Frameworks dagegen nur ISO 27001, NIS2, DSGVO und TISAX auf, und eine unabhängige Marktübersicht listet Grundschutz explizit als fehlend. Klären Sie das vor einer Shortlist direkt mit Proliance. KaitoSec führt die Grundschutz-Bausteine als vollwertiges Framework im selben Datenmodell wie ISO 27001 und NIS2.

Läuft bei Proliance wirklich alles auf einem Datenmodell – ISMS, Datenschutz, Notfallmanagement und KI-Governance?

Teilweise. ISMS und Datenschutz teilen sich bei Proliance 360 tatsächlich Asset Hub, Docu Hub und Control Hub. Für Business Continuity nach ISO 22301 und für das KI-Managementsystem nach ISO 42001 bietet Proliance nach eigenen Angaben Beratungsmandate mit festem Phasenplan an, aber kein Software-Modul, das erkennbar an dasselbe Asset-, Risiko- und Maßnahmen-Modell andockt. In KaitoSec teilen sich alle vier Managementsysteme von Beginn an dieselben Assets, Risiken und Maßnahmen.

Wie sieht der Preisvergleich aus?

Proliance veröffentlicht Listenpreise, was am Markt selten ist: ISMS-Software ab 500 €/Monat (Light) oder 1.000 €/Monat (Core), ein Beratungspaket ab 1.000 €/Monat im ersten Jahr, optional Datenschutz-Software ab 118 €/Monat, dazu eine GAP-Analyse ab 2.880 €. Diese Positionen laufen parallel und addieren sich, je nachdem wie viele Systeme Sie brauchen. Legen Sie beiden Anbietern denselben Scope vor – Anzahl der Frameworks, Nutzer, Integrationen, Beratungstage, Auditkosten – bevor Sie vergleichen. KaitoSec weist Plattform und Beratung als zwei getrennte Positionen im Angebot aus, mit Listenpreisen je Nutzer unterhalb des Enterprise-Tarifs.

Ist Proliance eher Software oder eher eine Beratung?

Beides, bewusst als Hybrid verkauft: Proliance nennt es selbst „plattformgestützte Beratung“. Für Datenschutz und ISMS bekommen Sie Software (Proliance 360) plus feste Beratungsstunden im selben Vertrag; für ISO 22301 und ISO 42001 bekommen Sie im Kern ein Beratungsmandat ohne eigenes Software-Modul. Wer ein reines Self-Service-Werkzeug ohne laufende Beratungsabhängigkeit sucht, liegt außerhalb der eigentlichen Zielgruppe von Proliance.

Ist Proliance dasselbe wie datenschutzexperte.de?

Ja. Proliance war bis zum 30. September 2025 als datenschutzexperte.de am Markt und wurde dann umbenannt, um die erweiterte Ausrichtung auf Informationssicherheit, NIS2, TISAX und KI-Governance sichtbar zu machen. Verträge und Leistungen laufen laut Proliance unverändert unter der neuen Marke weiter; das Unternehmen selbst besteht seit 2017.

Läuft Proliance 360 auch On-Premise?

Nein, nach allem, was öffentlich zugänglich ist, betreibt Proliance seine Plattform ausschließlich als Cloud-SaaS. Eine On-Premise- oder Hybrid-Option ist auf der Website nicht zu finden. Wer Sicherheitsdaten aus regulatorischen oder vertraglichen Gründen nicht in fremder Cloud-Infrastruktur ablegen darf, findet bei KaitoSec On-Premise-Deployment im Enterprise-Tarif.

Prüfen Sie es an Ihrem eigenen Scope

Eine Matrix zeigt, was ein Produkt abdeckt. Ihr Audit fragt nach Ihren Frameworks, Ihren Vorgaben zur Bereitstellung und Ihrer Teamgröße. Bringen Sie diese mit, wir gehen die Zeilen durch, die Ihren Fall entscheiden.