Glossar · Business Continuity
Maximal tolerierbare Ausfallzeit (MTPD)
MTPD, die maximal tolerierbare Ausfallzeit: wie lange ein Prozess ausfallen darf, bevor der Schaden untragbar wird, und wie sie RTO und RPO begrenzt.
Den Begriff in der Praxis einordnen: Business Continuity
Was die MTPD ist
Die maximal tolerierbare Ausfallzeit ist die äußere Grenze der Ausfalldauer, die eine Organisation für eine bestimmte Tätigkeit überstehen kann. Darüber hinaus gefährden die Folgen den Fortbestand der Organisation oder verletzen rechtliche und vertragliche Pflichten. ISO 22301 definiert sie als die Zeit, nach der die Folgen einer nicht erbrachten Tätigkeit untragbar werden; manche Standards nennen dieselbe Grenze Maximum Acceptable Outage (MAO), der BSI-Standard 200-4 spricht von der maximal tolerierbaren Ausfallzeit (MTA).
So wird sie festgelegt
Die MTPD ist eine fachliche, keine technische Entscheidung. In der Business-Impact-Analyse schätzt die Prozessverantwortung, wie der Schaden über Stunden und Tage wächst: entgangener Umsatz, Vertragsstrafen, Gefahr für Menschen, behördliche Fristen, Reputation. Der Punkt, an dem dieser Schaden untragbar wird, ist die MTPD. Sie hängt oft von Saison oder Tageszeit ab: Eine Gehaltsabrechnung am Monatsende verträgt weniger Ausfall als derselbe Prozess in der Monatsmitte.
Verhältnis zu RTO und RPO
- Das RTO muss stets kürzer als die MTPD sein und einen Puffer lassen, damit die Wiederherstellung abgeschlossen ist, bevor die tolerierbaren Grenzen überschritten werden.
- Das RPO stammt aus derselben Analyse, beantwortet aber eine andere Frage, nämlich wie viel Datenverlust hinnehmbar ist.
- Prozesse mit der kürzesten MTPD laufen zuerst wieder an; die MTPD legt damit die Wiederanlaufreihenfolge in der Organisation fest.
