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Glossar · Business Continuity

Wiederanlauftest

Der Test, der misst, ob ein Prozess nach einem Ausfall innerhalb seines RTO wieder arbeitsfähig ist und wie viel Datenverlust dabei tatsächlich entsteht.

Was ein Wiederanlauftest prüft

Ein Wiederanlauftest stellt einen Ausfall nach und misst, wie lange es dauert, bis ein Geschäftsprozess wieder arbeitsfähig ist und wie viele Daten dabei verloren gehen. Er prüft damit genau die beiden Werte, die die Business-Impact-Analyse zuvor als Anforderung festgelegt hat: das RTO und das RPO. ISO 22301 verlangt in Kapitel 8.5 ein Übungs- und Testprogramm und in Kapitel 8.6 die Bewertung der Continuity-Fähigkeiten; der BSI-Standard 200-4 führt den Test als Nachweis der Wiederanlaufzeit (WAZ).

Warum der gemessene Wert vom erhobenen abweicht

In der BIA und im Gap-Bericht steht, was jemand geantwortet hat. Der Test liefert, was jemand gemessen hat. Beide Zahlen tragen dasselbe Kürzel und meinen selten dieselbe Strecke: Eine Auskunft des IT-Betriebs zum RTO gilt oft erst ab bereitgestellter Ausweichumgebung, während der Fachbereich die Zeit bis zur nutzbaren Anwendung meint. Erkennung, Entscheidung und Beauftragung liegen davor und fehlen in beiden Angaben.

Was ins Testprotokoll gehört

  • Die Zeitachse mit ihrem Startpunkt: ab wann die Uhr läuft, welche Abschnitte gemessen und welche aus einer Alarmierungsübung übernommen wurden.
  • Forderung, Auskunft und gemessener Wert nebeneinander, je Prozess und je System.
  • Der erreichte Datenstand, gezählt in Aufträgen oder Buchungen statt im Alter der jüngsten Sicherung.
  • Die fachliche Freigabe: wer sie erteilt, woran sie festgemacht wird und wofür sie nicht gilt.
  • Was im Test ersetzt war oder einfach zur Verfügung stand, denn darüber sagt das Ergebnis nichts.

Abgrenzung zu anderen Übungsformen

Ein Wiederanlauftest ist ein funktionaler Test an realer Technik. Eine Planbesprechung am Tisch prüft Rollen und Entscheidungswege, ein reiner Wiederherstellungstest prüft die Rückspielung einzelner Systeme. Erst der Wiederanlauftest verbindet beides bis zur fachlichen Freigabe und macht damit aus einer Annahme einen Nachweis.

Begriffe sind nur dann nützlich, wenn daraus belastbare Arbeit wird.